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hardware:3rd:interface:packet-radio

Dies ist eine alte Version des Dokuments!


Portfolio Packet-Radio Interface

Das PPI v3.1

Für den Laien: Packet-Radio ist ein Verfahren um Computer-Daten per Funk zu übertragen. Die Daten werden in Pakete gefasst und im AX25 Protokoll übertragen. Dies ermöglicht, daß mehrere Teilnehmer gleichzeitig über die selbe Frequenz senden und empfangen können ohne zu kollidieren. Dank der Einrichtung so genannter Digipeater kann die Kommunikation über große Entfernungen stattfinden. Das hier vorgetellte Interface ist eine Entwicklung von Beat Heeb (HB9LCU). In einem standardmäßien Portfolio Interface-Gehäuse ist die erforderliche Elektronik und ein 32KB ROM-Laufwerk B: untergebracht. Dort ist die nötige Software bereits vorinstalliert:

Programm Größe Datum
TNC.COM 598707.03.92 19:10
LOAD.COM 34707.09.91 18.21
SEND.COM 39407.09.91 21.29
CALIB.COM 22309.06.91 11.02
LFINS.COM 15209.06.91 13.29
LFDEL.COM 13709.06.91 13.30
BINHEX.COM 25627.12.90 23.24
HEXBIN.COM 25627.12.90 23.23
CHKSUM.COM 12827.12.90 23.22
9 Files 7880Bytes

Die Programme können vom Laufwerk B: kopiert oder mit dem Prefix B: direkt gestartet werden. Falls das Laufwerk B: nicht angesprochen werden kann muß das System mit angeschlossenem Interface neu gestartet werden (Strg+Alt+Entf drücken).

An der 9-Pin Sub-D Buchse auf der rechten Seite wird das Funkgerät angeschlossen.
-Für Handfunkgeräte können die Anschlüsse 4(PTT) und 5(TxC) miteinander und mit dem Mikrofoneigang verbunden werden. Der Ohrhörerausgang wird mit dem Anschluss 3(RxC) verbunden. -Der Eingang des Interface ist sehr empfindlich. Die Lautstärke des Funkgerätes kann deshalb sehr klein gewählt werden.
-Das Interace enthält eine digitale Rauschsperre. Die Rauschsperre des Funkgerätes kann deshalb ganz geöffnet werden. Bei guten Bedingungen ist es aber besser die Rauschsperre des Funkgerätes zu verwenden, da dieses dann weniger Strom verbraucht.
-Der Portfolio kann bei laufendem Programm ohne weiteres aus- und wieder eingeschaltet werden, das Interface wird automatisch wieder gestartet.
-Die Portfolio Programme (Editor, Rechner, …) können auch aufgerufen werden ohne das das Programm verlassen werden muß. Eventuell muß beim starten des TNC-Programmes eine kleinere Textgröße angegeben werden, damit genügend Speicherplatz übrig bleibt.
-Bei einem (hoffentlich nicht vorkommenden) Absturz muß unbedingt zuerst das Interface vom Portfolio getrennt werden bevor Strg+Alt+Entf gedürckt wird. Sonst führen die Interrupts vom Interface sofort wieder zum Absturz. Bei einem Reset (auf der Rückseite des Portfolio) ist dies nicht notwendig, da die Interrupts durch den Reset ausgeschaltet werden.

TNC.COM v2.2

TNC.COM v2.2 (C) 1992 by Beat Heeb (HB9LCU)

Aufruf:
TNC <ret>
TNC 4 <ret>
TNC 16 <ret>
TNC 32 <ret>

Allgemeines

Die Anzeige aller Daten erfolgt mit 4 Texten. Auf dem Bildschirm sichtbar ist immer ein Ausschnitt aus einem dieser Texte. Ausschnitt und Text können mit den Cursor-Steuertasten geändert werden. Dabei stellt man sich am besten vor, daß die Texte in 4 Spalten nebeneinander liegen. Ein Text ist reseviert für den Packet-Monitor, die anderen 3 können für bis zu 3 Verbindungen genutzt werden. Die Länge des ersten Textes kann beim Starten des Programmes als 4, 8, 16, oder 32 KByte gewählt werden. Wird keine Zahl angegeben, so wählt das Programm anhand des verfügbaren Speichers den größtmöglichen Wert. Die anderen Verbindungstexte und der Monitortext haben eine feste Größe von 4 KByte. Wird die Länge überschritten geht der Anfang des Textes verloren (Zirkulär-Speicher).

Eingetippte Zeichen werden an den aktuellen Text angehängt und gesendet sobald ein Paket voll ist oder Enter gedrückt wurde. Falls keine Verbindung besteht werden die Zeichen als UI-Pakete geschickt. Eingetippter Text kann mit der Korrekturtaste (Back) korrigiert werden, solange er noch nicht gesendet ist. Empfangene Zeichen werden ebenfalls an den entsprechenden Text angehängt. Damit eingetippte und empfangene Texte nicht vermischt werde, wird der empfangene Text immer VOR dem Text eines noch nicht abgeschickten Paketes eingefügt.

Texte werden grundsätzlich unverändert gesendet und empfangen. Es ist also im Prinzip möglich, Binärdaten direkt zu übertragen. Bei der Anzeige der Texte wird ein CR (ASCII 13) als Zeilenende interpretiert, alle anderen Werte werden mit dem entsprechenden Zeichen des IBM Zeichensatzes dargestellt. Alle 256 möglichen Zeichen des erweiterten ASII Codes können über die Tastatur eingegeben und dadurch gesendet werden. Da die Korrekturtaste als Befehlstaste verwendet wird, muß ein BS (ASCII 8) als ^^8 eingegeben werden, wenn er gesendet werden soll.

Falls der sichtbare Ausschnitt am Ende eines Textes steht und der Text verlängert wird, bleibt der Ausschnitt automatisch am Ende. Dieses automatische Verschieben des Ausschnittes ist bewußt so verzögert, daß man empfangenen Text zumindest oberflächlich lesen kann. Dadurch behält man die Übersicht bei großen Texten. Mit den Cursor-Steuertasten kann der Ausschnitt jederzeit angehalten oder schnell wieder ans Ende des Textes gebracht werden. Die Verzögerung betrifft natürlich nur die Anzeige, gesendet und empfangen wird immer mit maximaler Geschwindigkeit.

Statusanzeige

In der oberen rechten Ecke der Anzeige erscheint immer eine Statuszeile. Je nach Text enthält diese das Wort „Monitor“ oder das aktuelle Rufzeichen der Gegenstation (ohne SSID)

disc Es besteht keine Verbindung.
creq Eine Verbindung wird aufgebaut.
dreq Die Verbindung wird abgebaut.
3 Zahlen:
1. ZahlNummer des nächsten zu empfangenden Paketes (VR).
2. ZahlNummer des letzten bestätigten Paketes.
3. ZahlNummer des letzten gesendeten Paketes (VS).
b Die Gegenstation ist busy (kann keine Pakete empfangen).
r Pakete wurden in falscher Reihenfolge empfangen (Reject).
p Das Programm wartet auf eine Bestätigung (Poll). Zahl dahinter: Anzahl Wiederholungen.
R Der Empfänger ist aktiv.
S Der Sender ist aktiv.

Monitor

Der Monitor zeigt den Inhalt der Pakete in folgender Reihenfolge:

  • Empfänger
  • Absender
  • Digipeater (falls vorhaden)
  • Kontroll-Byte
  • Daten (falls vorhanden)

Der Pfeil am Zeilenanfang zeigt an, ob es sich um ein empfangenes oder um ein gesendetes Paket handelt. Für das Kontroll-Byte (in Klammern) gelten folgene Abkürzungen:

r Response
f Response mit Final
c Command
p Command mit Poll

U-Frames:

C Connect (Set Asynchronous Balanced Mode).
D Disconnect Mode
A Unnumbred Acknowledge
F Frame Reject
I Unnumbered Information
U unbekannt

S-Frames: (mit Empfänger-Nummer)

+ Receive Ready
- Receive Not Ready
! Reject
? unbekannt

I-Frames:

erste Zahl Empfänger-Nummer
zweite Zahl Sender-Nummer

Befehlstasten und ihre Wirkung

Verschiebt den sichtbaren Ausschnitt im aktuellen Text um eine Zeile nach oben.
Verschiebt den sichtbaren Ausschnit im aktuellen Text um eine Zeile nach unten.
Wechselt zum vorangehenden Text (und vom ersten zum letzten).
Wechselt zum nächsten Text (und vom letzten zum ersten).
Bild↑ Verschiebt den sichtbaren Ausschnitt im aktuellen Text um 8 Zeilen nach oben.
Bild↓ Verschiebt den sichtbaren Ausschnitt im aktuellen Text um 8 Zeilen nach unten.
Pos1 Verschiebt den sichtbaren Ausschnitt an den Anfang des aktuellen Textes.
Ende Verschiebt den sichtbaren Ausschnitt an das Ende des aktuellen Textes.
Back Löscht das letzte eingetippte Zeichen.
F1 (oder Atari) Zeigt das Hauptmenü.
F2-F10 Sendet den Inhalt der Datei TNCTX2.TXT..TNCTX9.TXT oder TNCCON.TXT je nach Tastennummer (siehe Menü-Befehl Load).

Connect

fragt nach einem Rufzeichen und baut eine Verbindung auf. (Kann mit Esc verlassen werden, wenn nür das Rufzeichen geändert werden soll.)

Disconnect

Bricht die Verbindung ab.

Poll

Verlangt eine Bestätigung von der Gegenstation.

Text: Text-Menü

Mark

Markiert den Anfang des aktuellen Ausschnittes als Anfang für die Befehle Erase und Save. (Die Markierung steht ursprünglich am Anfang des Textes).

Erase

Löscht den Text zwischen den markierten Anfang und dem Ende des aktuellen Ausschnittes.

Save

Fragt nach einem Dateinamen und speichert den Text zwischen dem markierten Anfangund dem Ende des aktuellen Ausschnittes dieser Datei.

Load

Fragt nach einem Dateinamen und sendet den Inhalt der Datei wie wenn dieser eingetippt worden wäre (mit Anhängen an den aktuellen Text). Häufig verwedete Texte können auch mit den Funktionstasten F2..F10 geladen werden:
F2: TNCTX2.TXT
F3: TNCTX3.TXT
usw…
F9: TNCTX9.TXT
F10: TNCCON.TXT
Der Inhalt der Datei TNCCON.TXT wird (falls vorhanden) automatisch gesendet wenn das Interface von einer anderen Station connected wird. Da PC Texte üblicherweise am Zeilenende neben einem CR noch ein LF enthalten, sollte man die LF mit dem Programm LFDEL entfernen, damit sie nicht gesendet werden.

Read

Fragt nach einem Dateinamen und sendet den Inhalt der Datei (ohne anhängen an einen Text). Dieser Befehl eignet sich für das Verschicken von großen Texten.

Setup: Setup-Menü

(In Klammern: Default Wert und entsprechendes TNC-2 Kommando)

MyCall (NOCALL mycall)

Eingabe des eigenen Rufzeichens

AX25

AX25 Parameter: (Die Parameter können mit Return nach oben oder mit Shift-Return nach unten geändert werden.)

AckTime(5s frack)

Wartet auf Paketbestätigungen.

PRetry (9 retry)

Maximale Anzahl Wiederholungen für normale Pakete.

CRetry (3-)

Maximale Anzahl Wiederholungen für Connect- und Disconnect- Pakete.

MaxFrm (4 maxframe)

Maximale Anzahl Daten-Pakete ohne Bestätigung.

FrmLen (256 paclen)

Maximale Länge von Daten-Paketen.

ResTime (1s resptime)

Verzögerung beim Bestätigen von Daten-Paketen.

Level1

Level1 Parameter:

Head (300ms txdelay)

Zeit zwischen dem Einschalten des Senders und dem Anfang des Paketes.

Tail (20ms-)

Zeit zwischen dem Ende des Paketes und dem Ausschalten des Senders.

Slot (100ms slottime)

Wartezeit für den Kollisionsvermeidungs-Algorithmus.

Pers (30% persist)

Wahrscheinlichkeit für den Kollisionsvermeidungs-Algorithmus (Persistance).

Filter

Monitor-Filter Parameter:

Own (off)

Monitor zeigt auch gesendete Pakete (sonst nur empfangene).

I-Frm (on)

Monitor zeigt I-Pakete.

UI-Frm (on)

Monitor zeigt UI-Pakete.

S-Frm (on)

Monitor zeigt S-Pakete.

U-Frm (on)

Monitor zeigt U-Pakete.

Full (off)

Monitor zeigt ganze Adresse (mit Digipeatern) und alle Daten (sonst nur 16 Byte und keine Digipeater).

Save

Speichert alle Parameter in der Datei TNCSET.DAT. Diese wird beim Programmstart automatisch geladen.

Quit

Verlassen des Programmes (nur möglich wenn keine Verbindungen mehr bestehen).

LOAD.COM und SEND.COM

LOAD.COM und SEND.COM (C)1991 by Beat Heeb (HB9LCU)

Aufruf:
SEND <Dateiname> <Return>
LOAD <Dateiname> <Return>
SEND sendet die angegebene Datei als ein Paket. Es wird keinerlei Steuerinformation zugefügt und es werden keine Bestätigungen ausgetauscht. LOAD wartet auf das nächste Paket und speichert es unverändert in der angegebenen Datei. Es wird keine Bestätigung geschickt.

Mit diesen Programmen können zu Testzwecken beliebige Pakete gesendet und empfangen werden. Vorsicht: Die Einhaltung des AX25 Protokolles ist hier nicht garantiert. Man sollte das nur über Funk machen wenn man sehr genau weiß was man tut.

Die Programme eignen sich aber auch zur direkten Übertragung von Dateien zwischen zei Rechnern. Dazu ist jeweils der Ausgang des Einen mit dem Eingang des Anderen zu verbinden (PTT offen lassen). Dann auf einer Seite LOAD starten und anschließend auf der anderen Seite mit SEND übertragen. Dank der Prüfsumme im Paket ist sichergestellt das keine Übertragungsfehler auftreten.

Das gleiche Prinzip eignet sich auch zum Abspeichern von Dateien auf Tonband. Dazu wird das Tonband wie das Funkgerät über Mikrofon- und Ohrhöreranschluss angeschlossen. Speichern: Tonband auf Aufnahmeschalten, dann SEND starten.
Laden: LOAD starten, dann Tonband laufen lassen.

CALIB.COM

CALIB.COM (C) 1991 by Beat Heeb (HB9LCU)
Dieses Programm dient zum Testen und Abgleichen der Hardware. Es enthält die üblichen Befehle.
k: Schaltet den Sender ein und aus
d: Schaltet auf abwechslungsweise Mark und Space
space: wechselt zwischen Mark und Space.
q: Ende des Programmes.

Aufruf:
CALIB <Return>

CHKSUM.COM

CHKSUM.COM © 1990 PortfolioPraxisBuch
Aufruf:
CHKSUM <Dateiname><Return>
CHKSUM berechnet eine Prüfsumme für die angegebene Datei (Summe aller Bytes Modulo 65536). Für die mitgelieferten Dateien ergeben sich folgende Zahlen:

TNC.COM DB58
SEND.COM A56E
LOAD.COM 9168
CALIB.COM 5080
LFDEL.COM 3834
LFINS.COM 4162
CHKSUM.COM 309A
BINHEX.COM 3C85
HEXBIN.COM 4680

Die Programme CHKSUM, BINHEX und HEXBIN stammen von der Diskette zum Buch: „Das Portfolio Praxisbuch“, Markt- und Technik-Verlag München, 1990

LFDEL.COM

LFDEL.COM (C) 1991 by Beat Heeb (HB9LCU)
Aufruf:
LFDEL <Dateiname> <Return>
Entfernt alle LF (ASCII 10) aus der Datei. Zum Vorbereiten von Texten die LF enthalten zum anschließenden Senden mit dem Load oder Read Befehl.

LFINS.COM

LFINS.COM (C) 1991 by Beat Heeb (HB9LCU)
Aufruf:
LFINS <Dateiname> <Return>
Fügt ein LF (ASCII 10) nach jedem CR (ASCII13) ein. Zum Aufbereiten von empfangenen Texten. Für das Bearbeiten mit dem Portfolio Texteditor nicht notwendig.

BINHEX.COM

BINHEX.COM © 1990 PortfolioPraxisBuch
Aufruf:
BINHEX <Dateiname><Return>
BINHEX übersetzt die angegebene Datei in eine Hexdatei. Dabei wird jedes Byte der ursprünglichen Datei als zwei Hex-Zeichen in einer neuen Datei mit Namen RESULT.OUT gespeichert. Eine solche Hexdatei kann problemlos über die serielle Schnittstelle oder mit Packet übertragen werden.

Die Programme CHKSUM, BINHEX und HEXBIN stammen von der Diskette zum Buch: „Das Portfolio Praxisbuch“, Markt- und Technik-Verlag München, 1990

HEXBIN.COM

HEXBIN.COM © 1990 Portfolio Programmierpraxis
Aufruf:
HEXBIN <Dateiname><Return>
HEXBIN übersetzt die angegebene Hexdatei zurück in eine Binärdatei mit dem Namen RESULT.OUT

Die Programme CHKSUM, BINHEX und HEXBIN stammen von der Diskette zum Buch: „Das Portfolio Praxisbuch“, Markt- und Technik-Verlag München, 1990

Hardware

packet-03.jpg packet-02.jpg
Aufbau:
1) Portfolio Busstecker einlöten. Auf richtige Orientierung achten (die Nummer muss oben sein). Es genügt die Anschlüsse anzulöten, die auch wirklich angeschlossen sind.
2) IC-Sockel einlöten.
3) Widerstände und Kondensatoren einsetzen. Beim 10uF auf Polarität achten.
4) Quarz, Diode und Transistor einlöten.
5) 74HC244 einlöten (im EPROM-Sockel).
6) D Stecker zuerst anschrauben und dann löten. (Schrauben von unten nach oben!)
7) ICs einsetzen.
8) Platine in das Gehäuse einbauen. Mit den kleinen Schrauben wird der Busstecker am Gehäuse angeschraubt.
Weitere Tipps

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